Vereinsgeschichte

"Das Theater ist das schönste und älteste Lügengewerbe der Welt. Ein wunderbarer Zauberkasten: Es zeigt wirklich, was in Wirklichkeit nicht ist."
(Gustav Seibt)

Das Thalia-Theater-Tann e.V. feiert im Jahr 2009 seinen zehnten Geburtstag. Eva Stegmüller, Johannes Fenzl, Kathrin Auer (heute Lehmeier), Andreas Eiband, Matthias Eisele, Dieter Köhler, Christian L., Diana Linke, Marion Meier, Doris Pinzhoffer und Katharina Schäuble bildeten die Gruppe junger, enthusiastischer Leute, die sich am 20. August 1999 zur Gründungsversammlung des Thalia-Theater-Tann e.V. zusammenfand. Aber die Geschichte unseres Vereins begann bereits 1 1/2 Jahre früher.

Die KLJB Tann - geleitet von Johannes und Eva - wollte ein Theaterstück auf die Beine oder vielmehr auf die Bühne stellen. Vom ersten Moment an war klar, dass wir etwas anderes machen wollten, als das andernorts ohnehin schon zur Genüge Gespielte. Unterhaltend sollte es sein, mit viel Esprit und einem selbst gesetzten, hohen Anspruch. So entstand "Der Mustergatte". Dessen Erfolg kam für uns fast überraschend, hatten sich doch die Vorbereitungen, mangels Erfahrung, als teilweise sehr problematisch gestaltet. So wechselten wir unter den Proben noch den Aufführungsort, be­merkten panisch eine Woche vor der Premiere, dass wir noch kein Bühnenbild hatten und spielten das Stück erst zur Generalprobe, am Tag vor der Premiere zum ersten Mal ganz durch. Umso mehr freuten wir uns über den gewaltigen Zuspruch des Publikums. Der Funke war gezündet. Rasch wurde der Wunsch geboren, dass wir uns in einem eigenen Verein ganz auf das Theater konzentrieren wollten. So kam es zur oben erwähnten Gründung. Mit dem Namen wählten wir eine der neun Musen der griechischen Mythologie: Thalia, die Muse der Komödie.
Passender hätte der Name nicht sein können. Stand er doch im Oktober 1999 gleich Pate für das erste Stück im neuen Verein: "Sein bester Freund" eine Komödie im Diplomatenmilieu von William Douglas Home. Im Jahr 2001 folgte „Keine Leiche ohne Lily“ von Jack Popplewell. Auch sie wurde zum großen Erfolg. Es galt, den Saal zum dritten Kommissar werden zu lassen, neben dem auf der Bühne und der Putzfrau Lily Pfeifer an dessen Seite. Für "Immer wieder mittwochs" im Jahr 2002 gab es einige Superlative und Novitäten zu verzeichnen: das mit Abstand aufwändigste und komplizierteste Bühnenbild bis dato, eine auf den neusten (und teuersten) Stand gebrachte Lichtanlage, eine Farce anstatt einer Komödie und zum ersten Mal fünf Vorstellungen. Das Wagnis gelang. Die Geschichte von den zwei Freunden, die je­weils zu ihren Seitensprüngen radeln und joggen, legte die Latte für 2003 hoch. "Auf und davon" war dann auch eine erneute Herausforderung. Es bedurfte des Spiels mit Akzenten und Dialekten. Die vielen schnellen Szenewechseln und Kostümumzüge erforderten eine logistische Meisterleistung hinter der Bühne. Doch der Erfolg entschädigte für die viele Mühe. Mit „Bunbury“ von Oscar Wilde wagten wir uns an einen Klassiker um dann 2006 mit „Ausser Kontrolle“, einer frivolen, schwarzhumorigen Farce, wieder ein Gegenprogramm zu liefern. „Ausser Kontrolle“ geriet dann auch zu einer der rundesten Produktionen, die uns wieder einmal einen Besucherrekord einbrachte. Mit der deutschen Komödie „Der keusche Lebemann“ von Arnold und Bach ergänzten wir unseren breiten Strauß an witzigen, unterhaltsamen Stücken. Im Jahr 2008 schließlich gingen wir das vermutlich größte Wagnis in der Vereinsgeschichte ein. Eine Komödie die in den 30er und 40er Jahren und vor allem im dritten Reich spielt. Kann man das überhaupt? Darf man über so eine schwarze Zeit eine Komödie schreiben? Und gleichzeitig alle wichtigen Themen mit Nazis, Judenverfolgung, Krieg und Leiden miterzählen? Wir glauben mit „Durchreise“ von Curth Flatow genau diese Gratwanderung geschafft zu haben. Der Erfolg belohnte unseren Mut. Und wenn nun im Jahr 2009 sich der Vorhang zu „Pension Schöller“ hebt, dann werden wieder einmal so viele Besucher wie noch nie unser Stück sehen und so viele Darsteller wie noch nie auf der Bühne stehen.

Wir hätten uns vor zehn Jahren wohl nicht träumen lassen, dass wir unsere Vision, Komödie in all ihren Facetten auf die kleine Bühne des Gasthauses Karpfinger zu bringen, so konsequent durchziehen würden können. Von Klassiker bis zum Schwank, von zeitkritischem Stück bis hin zur Krimikomödie, Farce und Lustspiel – wir durften so viele wunderbare und unterschiedliche Stücke spielen. Und haben – wie in der  ersten Minute - Freude am „Theater machen“. Und doch – ohne Sie, unser Publikum, wären wir nichts. Darum lehnen Sie sich zurück und amüsieren Sie sich. Denn deswegen spielen wir – für Sie!

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